Essays, Geschichten und Wortmeldungen.

Der Himmel indes senkte sich
Heidi und ich brachen um halb acht auf. Andere waren noch früher losgegangen. Aber selbst den Mann, der direkt vor uns war, konnten wir schon nicht mehr sehen.

Das Leben ist ein Turnier
Ich erinnere mich gut an den Tag, an dem die Bläsche Ida - von vielen, vornehmlich weiblichen Bewohnern unserer Kleinstadt ?das Frauenzimmer" genannt - plötzlich in der ?Straße der Besten" aufkreuzte.

Der letzte Schliff
... beziehungsweise: Das letzte Hemd. So sieht es nämlich aus, was der Welttorhüter, WM-Held, Superstar und Schwerverdiener drunter trägt. Aber warum?

Damals, vor kurzem, gestern, vorhin
Auf unserem Friedhof steht unsere Bank, neben zwei Grabsteinen, die uns Antworten verschweigen. Wir sitzen da und widmen uns den Fragezeichen und bekommen ...

Die Regentrude,
sehr frei (und lange) nach Theodor Storm

Regen. Er hört endlich auf, er kommt endlich, wir verdammen ihn oder beten ihn an. Wir sagen: „Lass mich nicht im Regen stehen!“ Wir meinen: ...

Loslassen
Wenn die Kinder aus dem Haus sind, beginnt das Leben ohne sie. Man gerät aus dem gewohnten Umfeld. In einen Alltag, der anders ist als alle Tage zuvor.

In Wahrheit ein Ersatz
Ein richtiger Sammler sammelt lebenslang und hat oft mehrere Sammlungen. Er liebt sie alle, der allerersten jedoch bleibt er ewig treu. Er ist ein großer Realist. Er vervollkommnet. Sich selbst.

Der geschenkte Tag
Frau K. muss viel müssen, und so sehr sie sich auch Mühe gibt, es allen recht zu machen, richtig wohltuend ist das alles nicht. Zum Glück gibt es den 29. Februar.

Vier Sterne
Bislang war das Zähneputzen eine einfache, unkomplizierte Sache - Zahnbürste, Zahncreme, gedankenloses Hantieren. Doch seitdem die Ökonomisierung der Wohnung begonnen hat, ist auch das Bad nicht sicher.

Ich hoffe auf die Flut
Zum Beispiel New York. Ist der richtige Ort zum Vergessen. Und zum Vermissen. Hier gehen wir hin, um wiederkehren zu können...

Der Geruch von Secondhand
Wir vergessen, verraten, verkaufen. Wir trennen uns von dem, was wir nicht mehr mögen. Und nehmen Geld dafür, dass andere unser Unwichtiges wichtig finden ...

Der Konjunktiv des Verschwindens
Elisabeth hat jahrzehntelang leidenschaftlich gegen das Altwerden angelebt. Jetzt hat sie das, was einmal war, verloren. Sie ist alt und leidet an einer Demenz ...

Die Wahlverwandtschaften, 2015
Blick ins Familienalbum: Ist Blut tatsächlich dicker als Wasser, warum sind Stiefgeschwister stief, und was bedeutet es, wenn wir sagen, wir sind heutzutage "modern" verwandt? ...

Albert Camus: die Ehre. Für mich: die Aufmerksamkeit.
Ich darf heute zu Ihnen sprechen und mich der wohltuenden Hoffnung hingeben, dass Sie mir zuhören ...

Das Papier und ich
Werde ich mich an ein Leben ohne Papier gewöhnen? Mit Sicherheit, bin ja schon dabei. Aber auch das ist sicher: Dabei verändere ich mich ...

Gold
Wer bist du?
Wo kommst du her?
Lass dich anschauen. Berühren.
Hast du mir etwas mitgebracht?
Kahnpost, Dezember 2014 ...

Verpiss dich!
Martin nahm Abschied. Das war nicht zu übersehen. Er saß im Klassenzimmer und starrte geradeaus. Dorthin, wo er nichts erkennen konnte. Keinen Raum, der ihm vertraut war. Kein Zeitmaß, mit dem er zu rechnen verstand. Keinen Menschen, von dem er genau wusste, um wen es sich handelte ...

Admiral
Admiral ist der beste Freund von Tommi, Jensi und Dirki. Er trägt eine blaue Uniform. Die Farbe ist selten in der Gattung. Er ist ein besonderer Vogel. Mama sagt: "Wie Papa."

Eine Kraft, die stets das Gute will
Ferien sind Ferien. Aber Schule ist das Leben auf der Insel. Fernab von allem, was sonst so läuft, umgeben von Tiefe, Strömung, Gischt. Ja, das wusste ich auch mal nicht. Aber das ist über 14 Jahre her ...

Danksagungsrede
für "Das politische Buch des Jahres 2007", Preis der Friedrich-Ebert-Stiftung für "Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland", am 10. Mai 2007 ...

Meine Mutter in Graz
aus "Halbwegs zum Himmel", Leykam Buchverlagsgesellschaft, Steiermark, 2007 ...

Und schon vermissen wir uns
Erinnern Sie sich noch an die Festtage in diesem Jahr? Herzlichkeit lag in der Luft. Wir atmeten sie ein. Sie rauschte durch unsere Körper. Wenn wir den Mund aufmachten, sprudelte sie dann auch aus uns heraus. Erinnern Sie sich? ...

Verlorene Welt
Ein Fernsehteam der Abendnachrichten streift durch ein Jobcenter. Im Foyer trifft es auf eine Menschenschlange. Die Rede ist von Arbeitslosen, von Zahlen. Indes zeigt die Kamera von den Wartenden im Foyer nur Hintern und Füße. ...

Das Kind verlässt das Schiff
Eines Tages klingelte es Sturm. Ich öffnete. Da stand sie. Auf ihren prallen Lippen klebte schweres Rot. Die Augen steckten in Kratern aus schwarzer Tusche. Zwischen den Brauen lag eine tiefe Furche und die blonde Mähne bauschte sich bedrohlich auf. "Hallo!", sagte ich und winkte. "Du bist die Pubertät, oder?" Sie grinste. Ich sagte: "Ich hab dich erwartet." ...

Reformhaus Deutschland
"Guten Mooorgen!", rief die Frau am anderen Ende der Telefonleitung, "Sie werden entschuldigen! Hier ist Ihre Rechtsschutzversicherung!" Nach dem dritten Ausrufezeichen war sie still. "Ja", sagte ich. ...

In meinem nächsten Leben verliere ich nicht mehr so viele Worte. Und weil ich mir nicht sicher bin, ob ich ein nächstes Leben habe, trage ich immer einen Fotoapparat mit mir herum. Bitte klicken Sie auf die Bilder!


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